Impuls zur Charta gegen Einsamkeit
Impuls zur Charta gegen Einsamkeit
Einsamkeit verstehen
Wie packt man ein Gefühl in Worte? Einsamkeit hat viele Gesichter.
Sie kann unterschiedlich erlebt und wahrgenommen werden und jeden von uns treffen – in jedem Alter und in jeder Lebenssituation. Sie ist kein Zeichen von Schwäche oder persönlichem Versagen. Vielmehr weist sie auf ein menschliches Grundbedürfnis hin: das Bedürfnis nach Nähe, Geborgenheit, Zugehörigkeit und Verständnis.
Einsamkeit entsteht, wenn dieses Bedürfnis nicht ausreichend erfüllt wird – unabhängig davon, wie viele Menschen uns umgeben.
Sie kann unterschiedlich erlebt und wahrgenommen werden und jeden von uns treffen – in jedem Alter und in jeder Lebenssituation. Sie ist kein Zeichen von Schwäche oder persönlichem Versagen. Vielmehr weist sie auf ein menschliches Grundbedürfnis hin: das Bedürfnis nach Nähe, Geborgenheit, Zugehörigkeit und Verständnis.
Einsamkeit entsteht, wenn dieses Bedürfnis nicht ausreichend erfüllt wird – unabhängig davon, wie viele Menschen uns umgeben.
Manchmal ist Einsamkeit nur vorübergehend, etwa nach einem Umzug, einer Trennung oder anderen Veränderungen im Leben. Manchmal dauert sie länger. Sie kann belastend sein, unser Denken und Fühlen beeinflussen und sich sogar körperlich bemerkbar machen. Wir alle kennen dieses Gefühl mal mehr oder weniger.
Über Einsamkeit zu sprechen, braucht manchmal Mut. Deshalb möchten wir dazu beitragen, dass Einsamkeit Raum und Akzeptanz erfährt – ohne Scham, ohne Stigmatisierung und ohne vorschnelle Urteile. Denn gesehen und gehört zu werden kann gerade in Zeiten der Einsamkeit ein wichtiger Schritt sein, um wieder Nähe, Verbindung und Gemeinschaft zu erleben. Wir sehen es als gesellschaftliche Aufgabe.
Unsere Haltung
Aus unserem Leitbild heraus verstehen wir Einsamkeit nicht als persönliches Defizit, sondern als eine menschliche Erfahrung, die Aufmerksamkeit, Anerkennung und Begegnung braucht.
Zusammen
schaffen wir ein Umfeld, in dem das Ansprechen von Einsamkeit ein Zeichen von Offenheit, Aufrichtigkeit und Vertrauen sein kann. Als Wohlfahrtsverband und Arbeitgeber ist es unser Anliegen, Einsamkeit dort wahrzunehmen, wo sie als Belastung erlebt wird.
Unsere Stärke sind die haupt- und ehrenamtlich Mitarbeitenden, die diese Haltung im Alltag mit Leben füllen.
Unsere Stärke sind die haupt- und ehrenamtlich Mitarbeitenden, die diese Haltung im Alltag mit Leben füllen.
Leben
bedeutet für uns, die Einzigartigkeit jedes Menschen anzuerkennen und zu schützen – auch in jenen Momenten, in denen die Verbindung zu anderen schwindet. Unsere Arbeit orientiert sich am einzelnen Menschen, indem wir zuhören statt zu erklä-ren und fragen statt vorschnelle Antworten zu geben.
Dabei ist uns wichtig: Alleinsein kann eine bewusste Entscheidung oder eine vorübergehende Notwendigkeit sein. Zugleich unterscheiden wir zwischen Alleinsein und Einsamkeit: Alleinsein kann selbst gewählt sein, Einsamkeit beschreibt dagegen das schmerzliche Erleben fehlender Verbundenheit.
Inklusion bedeutet für uns auch: Niemand sollte aufgrund seines Alleinseins einsam sein oder ausgegrenzt werden. Wir sehen die Verschiedenheit der Lebensentwürfe als Normalität und Bereicherung an.
Gestalten
wir gemeinsam eine gerechte und solidarische Gesellschaft. Unsere Vision ist ein „ZusammenLeben“, bei der menschliche Zuwendung die Basis bildet und zugleich die Freiheit des Einzelnen gewahrt bleibt.
Wir beteiligen uns aktiv an der Willensbildung, um Strukturen zu schaffen, die echte Teilhabe ermöglichen – bedarfsorientiert und ohne Zwang.
So leisten wir einen Beitrag zu einer Gesellschaft, in der sich jede Person – ob in
Gemeinschaft oder im Stillen – zugehörig fühlt.
Gemeinschaft oder im Stillen – zugehörig fühlt.
Unser Handeln
Wir vom Diakoniewerk Essen übernehmen, gemeinsam mit anderen Institutionen und Akteur*innen in Essen, Verantwortung dafür, so dass die Belastungen, die das Erleben von Einsamkeit mit sich bringt, in unserer Arbeit angemessen Berücksichtigung finden.
Wichtig ist uns die Zusammenarbeit in den Sozialräumen, in denen die Menschen leben, die unsere Einrichtungen und Angebote nutzen.
Viele unserer Angebote in den verschiedenen Arbeitsbereichen verstehen sich als niedrigschwellig und haben den Anspruch, offen für Menschen in ihrer ganzen Vielfalt zu sein. Diese Haltung muss sich immer wieder neu an der Lebenswirklichkeit der Menschen messen lassen.
Einfühlungsvermögen und ein aktives Zugehen auf Menschen sind die Grundlagen für unsere Tätigkeiten im Diakoniewerk Essen.
Das Bewusstsein für und ein echtes Interesse an individuellen Lebenssituationen ist uns ein wichtiges Anliegen. Dazu gehört auch, persönliche Hemmschwellen und Schamgefühle zu akzeptieren sowie die Bereitschaft, das individuelle Tempo von Veränderungsprozessen eines jeden Menschen zu würdigen.
Wir schaffen Angebote, damit sich Menschen zusammenfinden und austauschen können. Diese Begegnungen reduzieren häufig Belastungen und stärken die Verbundenheit mit Menschen in ähnlichen Lebenssituationen.
Im besten Fall entstehen daraus neue Kontakte, gemeinsame Aktivitäten und freundschaftliche Netzwerke. So können sich Wege zu mehr Gemeinschaft, Teilhabe und gegenseitiger Unterstützung entwickeln.
Gemeinsam individuell verbunden
Einsamkeit wird sich vielleicht nicht vollständig vermeiden lassen. Doch wir können dazu beitragen, dass Menschen mit ihren Gefühlen nicht allein bleiben.
Als Diakoniewerk Essen schaffen wir Räume für Begegnung, bringen Menschen miteinander in Verbindung und setzen uns gemeinsam mit vielen anderen für eine demokratische Gesellschaft ein, in der jede Person die Möglichkeit hat, sich zugehörig zu fühlen.
In diesem Sinne unterstützt das Diakoniewerk Essen die
Essener Charta zur Verhinderung und Bekämpfung von Einsamkeit
der Stadt Essen und engagiert sich gemeinsam mit vielen Partner*innen für eine solidarische und zugewandte Stadtgesellschaft.
Die Essener Charta zur Verhinderung und Bekämpfung von Einsamkeit




