18. Juni 2026
Versteht die aktuelle Regierung die Menschen im Land?
Ein Integrationskurs fragt nach bei MdB Ingo Vogel
Versteht die aktuelle Regierung die Menschen im Land?
Ein Integrationskurs fragt nach bei MdB Ingo Vogel
Sie sind im letzten Teil ihres Integrationskurses bei der Neuen Arbeit der Diakonie Essen. In diesem geht es neben sprachlichen Feinheiten auch um das Leben und das politische System in Deutschland. Und da sind bei den Teilnehmenden des Kurses Fragen entstanden, die sie am vergangenen Mittwoch Bundestagsmitglied Ingo Vogel gestellt haben.
Ingo Vogel hat hingehört, versucht, Antworten zu finden und gleichzeitig davon erzählt, wie er als noch relativ neuer Abgeordneter das Politik machen in Berlin erlebt. Ingo Vogel ist Polizist, war zuletzt Kriminaldirektor im Essener Polizeipräsidium und sitzt aktuell im Innen- und Finanzausschuss.
Versteht die Regierung die Probleme der Menschen im Land?
Ja, findet Ingo Vogel. Gerade darum ist es aber wichtig, dass Abgeordnete nicht nur im Bundestag debattieren, sondern auch vor Ort mit Menschen sprechen.
Warum gibt es keine bezahlbaren Wohnungen in Essen?
Ein großes Problem, gibt Ingo Vogel zu. Der Wohnungsbau läuft, aber es geht nicht von heute auf morgen. Ein Faktor in Essen. Viele Menschen, die in Düsseldorf keine Wohnung mehr finden, drängen mit auf den Essener Markt.
Was wenn ich meine B1-Sprachpüfung nicht bestehe?
Neuerdings gibt es keine Möglichkeit mehr für eine Wiederholung. B1-Niveau ist jedoch Bedingung, um an einem anschließenden Berufsvorbereitungskurs teilzunehmen. Alle Teilnehmenden haben konkrete berufliche Ziele – wieder als Buchhalterin, Hebamme und Betriebswirtschaftler arbeiten zu können oder eine Ausbildung zur Floristin oder Friseurin zu beginnen – und entsprechend Angst davor, durchzufallen. Denn hier beißt sich aktuell die Katze in den Schwanz. Auf eigenen finanziellen Beinen stehen, gelingt nur, wenn es eine Berufsperspektive gibt. Eine Zwickmühle, die Ingo Vogel versprach, nach Berlin mitzunehmen. Genauso wie ´die viel zu langen Wartezeiten auf einen Kurs. Vielfach über ein Jahr. Sowie Streichungen bei der Migrationsberatung. Wer besser beraten ist, kommt schneller an. Eine an die Integrationskurse angedockte Sozialberatung wäre darum mehr als sinnvoll, um den Weg in den Arbeitsmarkt zu beschleunigen.
Ingo Vogel selbst erzählt, dass er seine Heimatstadt Essen auch durch Termine wie diesen gerade nochmal ganz neu kennen und schätzen lernt und ihn das motiviert, in Berlin weiterhin um politische Kompromisse zu ringen. Olympischen Spielen im Ruhrgebiet steht er übrigens positiv gegenüber und das nicht nur, weil er ein großes Herz für den Sport hat, sondern glaubt, dass es zwar viel Geld kosten wird, sich die Infrastrukturinvestitionen in Sportstätten und öffentlichen Nahverkehr aber langfristig lohnen werden.
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