14. Oktober 2025
Diakoniewerk Essen trauert um Pfarrer Günter Herber
Ehemaliger Diakoniepfarrer im Alter von 90 Jahren verstorben
Diakoniewerk Essen trauert um Pfarrer Günter Herber
Ehemaliger Diakoniepfarrer im Alter von 90 Jahren verstorben
Das Diakoniewerk Essen trauert um Pfarrer i.R. Günter Herber, der am 24. September 2025 im Alter von 90 Jahren verstorben ist. „Unser herzliches Beileid gilt seiner Frau und seiner Familie“, sagt Martin Gierse, Vorstand des Diakoniewerks Essen. „Wir hoffen, dass er nun in Gottes Händen gut aufgehoben ist.“
Der ehemalige Essener Diakoniepfarrer (1979 - 1986) und Sozialdezernent der Stadt Essen (1986 - 1999) brachte sich über viele Jahre in unterschiedlichen führenden Positionen der Diakonie in Essen ein und prägte deren Geschick maßgeblich mit. Er verstand es, die diakonischen Arbeitsfelder in Essen besser miteinander zu verzahnen und sie auszubauen. Das galt sowohl für die Leitung des damals kleinen Diakonischen Werks des Evangelischen Stadtkirchenverbandes wie für den Aufbau der gemeindlichen Diakoniestationen.
In seiner Funktion als Diakoniepfarrer war Günter Herber Vorstandsmitglied des Evangelischen Heimstättenwerks, dem Vorläufer des 1998 gegründeten Diakoniewerks Essen. Eine Aufgabe sah er darin, das Heimstättenwerk stärker in die Essener Kirche und Diakonie einzubinden. Als Mitglied des Vorstands steuerte er die Geschicke der Einrichtung mit und brachte wegweisende personelle und strukturelle Entscheidungen auf den Weg.
Dass das Heimstättenwerk als eigenständiger Verein unabhängig blieb und gleichzeitig eine enge Vernetzung mit dem Stadtkirchenverband und Diakonischem Werk gelang, ist wesentlich auf Günter Herbers umsichtiges Handeln zurückzuführen. Er konnte auch erreichen, dass die Wohnungslosenhilfe mit Angeboten des Heimstättenwerkes und des Diakonischen Werkes mit Hilfe der Stadt erweitert wurde. Dem Grundgedanken der Diakonie, dem Einsatz für benachteiligte Menschen, blieb er bis zuletzt verbunden. So gehörte er bis 2019 dem Diakoniewerk Essen e.V. als Mitglied an.
Ein weiteres großes Arbeitsgebiet der Diakonie entstand durch die seinerzeit stark wachsende Arbeitslosigkeit. Immer wieder prangerte Günter Herber die damit einhergehende „Neue Armut“ öffentlich an. Aus diesem Engagement heraus rief er 1980 gemeinsam mit anderen Mitstreitenden als Gründungsgeschäftsführer die „Neue Arbeit der Diakonie Essen gGmbH“ als erste kirchliche Beschäftigungsgesellschaft in Nordrhein-Westfalen ins Leben.
1986 schied Günter Herber aus seinem Amt als Diakoniepfarrer aus, da er zum Sozialdezernenten der Stadt Essen gewählt wurde. Als Sozialdezernent hat er sich 13 Jahre für eine soziale Großstadt Essen stark gemacht.
„Günter Herber hat der Evangelischen Kirche und ihrer Diakonie in Essen einen großen Dienst erwiesen“, würdigt der heutige Diakoniepfarrer und Verwaltungsratsvorsitzende des Diakoniewerks Essen Andreas Müller den Verstorbenen. „Als erster hauptamtlicher Diakoniepfarrer in Essen hat er wichtige strukturelle Veränderungen in der Essener Diakonie und für das spätere Diakoniewerk Essen selbst auf den Weg gebracht oder maßgeblich initiiert und vorbereitet. Er hat sich dabei nicht allein die Verbindung zwischen Kirche und Diakonie zur Aufgabe gemacht, sondern widmete sich in einer Zeit, in der der Strukturwandel zu einer Massenarbeitslosigkeit führte, sehr praktisch den sozialen Herausforderungen in unserer Stadt.“
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